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Über sieben Brücken musst Du gehen …

So könnte (fast) das Motto des Bahnlegers beim 6. Offenbacher Frühlingssprint gelautet haben, wollte doch zumindest auf den längsten Bahnen immerhin acht Mal der Urselbach bzw. der Werkgraben gequert werden. Obgleich sich an mancher Stelle der Weg direkt durch das kühlende Nass anbot, um unnötige Meter zu sparen und sich bei vergleichsweise sommerlichen Temperaturen zumindest von unten auch etwas abzukühlen.

 

Der erste Durchgang war dabei deutlich laufbetonter und führte vom Start, der für Gymnasion Offenbach auffallend pünktlich begann, zunächst durch einen Wald- und Wiesenteil entlang des Urselbachs, bevor es dann durch gemischtes Siedlungsgebiet für die Läufer/innen zum ersten Mal in die enge, verwinkelte Altstadt ging. Der Geländewechsel erforderte eine Umstellung, denn nun war deutlich mehr Feinorientierung und Aufmerksamkeit gefragt, um nicht die gewünschte Treppe oder den Durchgang zu verpassen.

 

Der Zieleinlauf führte dann direkt in den Schulhof der Grundschule Mitte, deren neugebaute Turnhalle als WKZ und Bühne für die Siegerehrung der Rhein-Main-Rang-Liste 2018 diente, die in der Laufpause vor dem zweiten Durchgang stattfand.

 

Im zweiten Durchgang schickte der Bahnleger Jesús Hervás Lucas die Läufer dann zunächst durch Ausläufer der Fußgängerzone, die relativ offen waren und hohes Lauftempo zuließen, ehe es dann erneut in die Altstadt ging, in der nun mehr Posten verteilt waren. Hier galt es wieder den richtigen Kompromiss zwischen Tempo und Präzision zu finden, waren doch einige Posten auch in engen und verwinkelten Innenhöfen „versteckt“.

 

Im Ziel hatte in der Damen-Elite Sabine Rothaug (OSC Kassel) deutlich die Nase vorn. Bei den Herren gewann am Ende Toby Scott (OLV Steinberg), der durch einen sehr starken zweiten Durchgang noch Bjarne Friedrichs (MTV Seesen) auf den zweiten Rang verweisen konnte. Diese drei machten dann auch die Gesamtwertung des Rhein-Main-Sprint-Wochenendes um den Goldenen Postenschirm unter sich aus (1. Sabine Rothaug, 2. Toby Scott, 3. Bjarne Friedrichs).

 

Bereits am Vortag richtete der SC Königstein im benachbarten Kronberg den Taunussprint aus. Das Gelände war hier noch verwinkelter und vor allem auch steiler, was die vielen Treppen zwischen den Häusern der Kronberger Altstadt bezeugen können. Der verlängerte Einzelsprint, konzipiert von Bahnleger Martin Müllerleile, erforderte dabei sowohl physisches als auch technisches Können, um die langen anspruchsvollen Bahnen erfolgreich zu meistern.

 

Nach dem Umzug gen Massenquartier bot ol-rhein-main.de dann am Samstagabend nach Einbruch der Dunkelheit noch den Just-For-Fun-Nachtsprint der RMRL an. Hierbei galt es wieder ohne Code-Nummern in den Postennestern jeweils den korrekten Posten zu stempeln. Der Bahnleger hat dabei auf einer knapp DIN-A5-großen Karte in 1:3.000 immerhin 80 Posten verteilt, die teils selbst erfahrene OLer verzweifeln ließen. Letztlich haben von 19 Läufern nur fünf Ihre Bahn völlig fehlerfrei absolviert. Jedoch waren auch alle übrigen begeistert von dem Format und freuen sich schon auf die Neuauflage des Rhein-Main-Sprint-Wochenendes 2020.

 

Text: Sven Göbel

Karte: (C) Gymnasion Offenbach

Bilder: Sabine Rothaug, Anja Sebastian, Klaus Wersin, Sven Göbel